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‘Kicking the shin and extending a hand’: Which strategies do civil society actors use to affect transitions to sustainable finance?

Die Rolle zivilgesellschaftlicher Akteure in der nachhaltigen Transformation des Finanzsystems ist bislang nur unzureichend erforscht. Der Artikel entwickelt und erprobt ein analytisches Rahmenkonzept der sogenannten „Einflusskanäle“, um zu untersuchen, mit welchen Strategien zivilgesellschaftliche Akteure Finanzmarkttransformationen in Deutschland und auf EU-Ebene vorantreiben, und welche Wirkungen diese auf politische Entscheidungsprozesse und Finanzakteure haben. 

Auf der Grundlage einer Kartierung zivilgesellschaftlicher Aktivitäten, einer Dokumentenanalyse sowie 46 Interviews mit Akteur*innen aus Zivilgesellschaft, Finanzsektor und Politik kommen die Forschenden zu dem Ergebnis, dass eine vielfältige Landschaft zivilgesellschaftlicher Akteure versucht, Finanzmarkttransformationen voranzutreiben, dabei jedoch überwiegend auf kooperative und wissensbasierte Strategien setzt. Diese haben zur politischen Sichtbarkeit nachhaltiger Finanzthemen beigetragen, ihr Einfluss auf grundlegende Veränderungen von Finanzmarktpraktiken und zentralen Regimeregeln bleibt jedoch begrenzt. Seltener genutzt werden reputationsbasierte Ansätze wie öffentliches „Naming and Shaming“, die aufgrund der hohen Reputationssensibilität der Finanzbranche besonders wirksam erscheinen. 

Der Artikel hebt die wichtige, zugleich aber begrenzte Rolle der Zivilgesellschaft in Finanzmarkttransformationen hervor und verweist auf eine zentrale Spannung zwischen der Arbeit innerhalb bestehender Regeln des Finanzregimes und dem Anspruch auf weitergehende Transformation. Insgesamt waren Versuche, zentrale Regeln des Finanzsystems zu verändern, bislang nur begrenzt erfolgreich. Die politisch schwierige Durchsetzbarkeit sowie das Ausbleiben breiter gesellschaftlicher Mobilisierung und kultureller Wirkungen erschwert das zusätzlich. 

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