Der Abschlussbericht „Nachhaltige Ernährung und Bürgerbeteiligung“ dokumentiert einen deliberativen Bürger*innen-Dialog zur Förderung pflanzenbetonter Ernährungsweisen – einem Schlüssel für die Agenda 2030 sowie für Klima- und Biodiversitätsschutz. Eine stärker pflanzenbasierte Ernährung kann Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbrauch im Ernährungssystem deutlich senken und zugleich die Gesundheit fördern, wenn sich Ernährungsumgebungen wie Kantinen umgestalten.
Teil des Bürger*innen-Dialogs „Nachhaltige Ernährung“ waren gesellschaftlich möglichst repräsentativ ausgewählte Teilnehmer*innen, die das Projektteam per Zufallsauswahl aus ganz Deutschland rekrutiert hat. Unterstützt durch Expert*innen entwickelten die Bürger*innen 13 konkrete Empfehlungen für politische Maßnahmen zum „dietary shift“ – darunter die Förderung pflanzenbasierter Mahlzeiten in der Gemeinschaftsverpflegung nach Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und Planetary Health Diet, eine umweltfreundliche Besteuerung und Subventionierung von Lebensmitteln sowie die Einführung eines Umwelt- und Gesundheitslabels.
Der Beteiligungsprozess zwischen 2022 und 2024 umfasste eine Bürger*innen-Werkstatt in Kassel und eine alltagsnahe Erprobungsphase – in der die Teilnehmenden die Planetary Health Diet, ein Bonussystem oder Preisänderungen testeten. Auch ein Online-Halbzeittreffen, ein Bürgerforum zur Ernährungsstrategie der Bundesregierung, ein Workshop zur Finalisierung der Empfehlungen, eine aufsuchende Beteiligung schwer erreichbarer Zielgruppen sowie ein Expert*innen-Review waren Teil des Projekts. Eine externe Evaluation durch die Forschungsstelle „Demokratische Innovationen“ der Goethe-Universität Frankfurt untersuchte Deliberationsqualität, Inklusivität und Einstellungsveränderungen. Sie kam zu einem insgesamt positiven Gesamteindruck und hob etwa die Inklusivität und das vielschichtige Beteiligungsverfahren hervor.
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