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Ökonomische Bewertung der mitteltiefen Geothermienutzung im Norddeutschen Becken Arbeitspapier des Forschungsprojekts „Warm-Up – Geothermie für die Wärmewende: Flankierung des Rollouts der mitteltiefen Geothermie in Deutschland“

Mitteltiefe Geothermie ist eine Schlüsseltechnologie für eine lokale, klimaneutrale Wärmeversorgung. Während die Technologie in Süddeutschland bereits weit verbreitet ist, gibt es in Norddeutschland im sogenannten Norddeutschen Becken bislang nur wenige umgesetzte Projekte. Eine zentrale Rolle für einen breiten Rollout von Geothermievorhaben spielt ihre Wirtschaftlichkeit. Geothermievorhaben sind hochinvestive Vorhaben mit langen Refinanzierungszeiträumen und sind zusätzlich durch das sogenannte Fündigkeitsrisiko geprägt: Es besteht das Risiko, nach der Tiefbohrung weniger oder gar kein Thermalwasser fördern zu können. Gleichzeitig sind die Anlagen im Betrieb verhältnismäßig günstig und können so einen wichtigen Beitrag für eine sozialverträgliche und resiliente Wärmeversorgung leisten.

Das Forschungsprojekt Warm-Up hat Berechnungen zur Wirtschaftlichkeit hydrothermaler mitteltiefer Geothermie im Norddeutschen Becken durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Geothermieanlagen bei günstigen untertägigen Bedingungen konkurrenzfähig zu alternativen zentralen erneuerbaren Wärmeerzeugungstechnologien sein können. Entscheidend hierfür ist vor allem die Förderrate, welche sich stärker auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt als beispielsweise die Tiefe des Reservoirs oder die Temperatur des geförderten Thermalwassers.

Neben den untertägigen Bedingungen spielt für die Wirtschaftlichkeit der mitteltiefen Geothermie die obertägige Abnahmestruktur eine wichtige Rolle. Denn nur wenn die geförderte Wärme obertägig abgenommen werden kann, lässt sich aus dem Geothermievorhaben ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell entwickeln. Mit Blick auf die Abnahmestruktur zeigen sich teils deutliche Unterschiede zwischen ländlichen und urbanen Quartieren. Da Geothermieanlagen in aller Regel in Wärmenetze einspeisen, kann die Frage nach der Wirtschaftlichkeit mitteltiefer Geothermie zudem nicht losgelöst von der Frage nach der grundsätzlichen Wirtschaftlichkeit von Wärmenetzen beantwortet werden. Neben der Frage der Wirtschaftlichkeit ist für Kommunen zudem relevant, welche Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte durch eine Geothermiebohrung in der Region gehoben werden können. Damit diese in der Region verbleiben, empfehlen die Autor*innen eine Beteiligung lokaler Unternehmen bei Installation und Anlagenbetrieb.