Menü image/svg+xml

TagungWirtschaftswissenschaften und sozial-ökologische Transformation

Datum: 06. November 2017

Hotel Aquino
Hannoversche Straße 5B
10115 Berlin

Veranstalter

► Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) ► Cusanus Hochschule ► Netzwerk Plurale Ökonomik ► Wuppertal Institut für Umwelt, Klima, Energie

weitere Partner:
► Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung (VÖW) ► Vereinigung für Ökologische Ökonomie (VÖÖ) ► Institut für Zukunftsfähige Ökonomien (ZOE) ► Fachgebiet Umwelt- und Verhaltensökonomik der Universität Kassel ► Institute for International Political Economy (IPE) der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) ► Konzeptwerk Neue Ökonomie ► Think Tank 30 Deutschland (tt30) ► Wirtschaftsuniversität Wien (Department Sozioökonomie) ► AK Wirtschaft und Finanzen im BUND

Wie kaum eine andere Disziplin stehen die Wirtschaftswissenschaften in der Kritik. Nicht erst seit den jüngeren Finanz- und Staatsschuldenkrisen ab 2008 wird danach gefragt, welchen Beitrag die Wirtschaftswissenschaften zur Bewältigung der gewaltigen sozialen und ökologischen Herausforderungen leisten. Dabei wird häufig übersehen, dass in den Wirtschaftswissenschaften eine Vielfalt von Ansätzen existiert, die für die nachhaltige Gestaltung von Transformationen nützlich sein kann. In der innerwissenschaftlichen und mehr noch in der gesellschaftlichen Debatte sind diese Perspektiven häufig wenig bekannt, teilweise sogar marginalisiert. Die Tagung fragt nach dem Beitrag der Wirtschaftswissenschaften für sozial-ökologische Transformationen und zielt auf die Entwicklung von Elementen für eine zukünftige Forschungsagenda.

Gemeinsam mit Partnern laden IÖW, Cusanus Hochschule, Netzwerk Plurale Ökonomik und Wuppertal Institut ein, die vielfältigen theoretischen, methodischen und inhaltlichen Ansätze der Wirtschaftswissenschaften und ihre Wirkungen auf die gesellschaftliche Praxis zu diskutieren. Dafür kommen Ökonom/innen verschiedener Strömungen, Sozial- und Nachhaltigkeitswissenschaftler/innen sowie Expert/innen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen.

In drei Workshop-Strängen werden Handlungsfelder und Akteure der Transformation, theoretische und methodische Perspektiven der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung auf Transformationsprozesse  sowie die Rolle der transformativen Ökonomik im Wissenschaftssystem diskutiert. Die Veranstalter möchten damit einen Beitrag zur konzeptionellen und forschungspraktischen Konkretisierung des Ansatzes transformativer Wirtschaftswissenschaften leisten. Welches Wissenschaftsverständnis und welche gesellschaftliche Verantwortung haben sie? Was bedeutet das für die Themensetzung, Wissensproduktion sowie Verbreitung und Anwendung von Ergebnissen? Antworten auf diese Frage entstehen im Diskurs verschiedener ökonomischer Strömungen.

Die Tagung schließt an das Plädoyer des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) für eine „transformative Forschung“ an.
Der aktuelle Sammelband „Transformative Wirtschaftswissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung“ führt diese Idee für die ökonomischen Disziplinen weiter aus.

Förderung
Die Konferenz wird gefördert durch die Berliner Senatskanzlei - Wissenschaft und Forschung.

 

 ab 9.00 Einlass und Registrierung

9.45 Begrüßung und Einführung

 

10:00 – 11.00 und Keynotes

"Moderne Wirtschaftswissenschaften im Spannungsfeld von Paradigmaentwicklung und Problemlösungserwartungen"

Prof. Dr. Frank Beckenbach, Universität Kassel

"Plurale Wirtschaftswissenschaften als Inspiration einer gelingenden Praxis der Nachhaltigkeit: Möglichkeiten und Grenzen"

Prof. Dr. Reinhard Loske, Universität Witten/Herdecke

11.00 – 11.30 Kaffeepause

 

11.30 – 13.15 vier parallele Workshops

13.15 – 14.15 Mittagspause

 

14.15 – 16.00 vier parallele Workshops

16.00 – 16.30 Kaffeepause

 

16.30 – 17.30 Reflexion und Ausblick:

"Forschungsagenda für transformative Wirtschaftswissenschaften"

•    Dr. Tanja von Egan-Krieger, MeM - Berliner Denkfabrik für Wirtschaftsethik
•    Prof. Dr. Sigrid Stagl, Wirtschaftsuniversität Wien
•    Prof. Dr. Claus Thomasberger, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin

ca. 17.30 Verabschiedung und Ende der Veranstaltung

Workshop-Reihe A: Transformation konkret: Handlungsfelder, Akteure

A1: Unternehmen als Akteure der sozial-ökologischen Transformation

Der sozial-ökologische Wandel kann ohne Unternehmen nicht gelingen. Zwar engagieren sich in der Praxis bereits Unternehmen für Nachhaltigkeit, doch das reicht nicht aus. „Transformative Unternehmen“ gehen darüber hinaus: Sie erschließen neue Handlungsspielräume und treiben den Wandel in ihrem Umfeld aktiv voran. Konzeptionell und empirisch ist dieses Phänomen jedoch noch wenig erfasst. Welche spezifischen Qualitäten zeichnen transformative Unternehmen aus? Wie können sie aus betriebswirtschaftlicher Perspektive gefasst werden? Und wie kann transformatives Unternehmenshandeln skaliert werden? Ziel des Workshops ist es, das transformative Potenzial von Unternehmen als Akteure der sozial-ökologischen Transformation aus der Perspektive der Unternehmensforschung auszuloten und Schlussfolgerungen für eine unternehmensbezogene Forschungsagenda zu entwickeln.

Chair:
•    Jana Gebauer, Die Wirtschaft der Anderen
•    Christine Hobelsberger, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung

Referent/innen:
•    Prof. Dr. Reinhard Pfriem, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
•    Prof. Dr. André Reichel, Karlshochschule International University
•    Dr. Gerd Scholl, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung

A2: Die Ökonomie des nachhaltigen Strukturwandels am Beispiel Mobilitätwende

Der Übergang in eine nachhaltige Entwicklung erfordert große Anpassungs- und Transformationsprozesse von Wirtschaft und Gesellschaft. Nicht nur einzelne Unternehmen und Branchen sind davon betroffen, sondern ganze Regionen und Volkswirtschaften. Am Beispiel der Mobilitätswende fragt dieser Workshop, ob die Wirtschaftswissenschaften theoretisch und methodisch ausreichend gut aufgestellt sind, um diese Transformationsprozesse adäquat analysieren und begleiten zu können. Wo bestehen Lücken und Entwicklungsbedarf? Welche Anforderungen sind an eine Ökonomik des Strukturwandels zu stellen?

Chair:
•    Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
•    Ulrich Petschow, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung

Referent/innen:
•    Dr. Antje Blöcker, Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen
•    Christian Uhle, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
•    Timon Wehnert, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie
•    Prof. Dr. Stefan Zundel, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Workshop-Reihe B: Theoretische und methodische Perspektiven der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung auf Transformationsprozesse

B1: Ziele und Akteure der Transformation in unterschiedlichen Denkströmungen

Der Workshop beschäftigt sich mit verschiedenen wirtschaftswissenschaftlichen Ansätzen und Verständnissen von Transformation. Diskutiert wird, wie ökologische Probleme von den verschiedenen Richtungen erfasst und problematisiert werden. Welche Vorstellungen zum gesellschaftlichen Wandel herrschen vor? In welcher Rolle sehen sie die Wissenschaft selbst? Und zu welchen unterschiedlichen Politikempfehlungen führen die verschiedenen theoretischen Zugänge? Der Workshop zielt darauf ab, die Breite des ökonomischen Transformationsdiskurses sichtbar zu machen und herauszuarbeiten, wo entscheidende Unterschiede liegen. Somit soll auch ein Beitrag zur Schärfung des Begriffs transformativer (Wirtschafts-)Wissenschaft geleistet werden.

Chair:
•    Samuel Decker, Netzwerk Plurale Ökonomik

Referent/innen:
•    Dr. Nils aus dem Moore, RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung
•    Prof. Dr. Reinhard Loske, Universität Witten/Herdecke
•    Prof. Dr. Markus Wissen, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin


Workshop-Reihe C: Die Rolle der transformativen Ökonomik im Wissenschaftssystem

C1: Mit ökonomischer Bildung zu nachhaltiger Entwicklung beitragen?

Selbst zehn Jahre nach der Finanzkrise hat die ökonomische Bildung keinen grundlegenden Wandel erfahren. Gleichwohl engagiert sich eine Reihe von Akteuren, um diese Lücke mit neuen Lehransätzen oder durch eine stärkere institutionelle Verankerung einer transformativen Bildung vor dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung auszufüllen. Doch wie sieht eine konkrete Umsetzung aus? Welche Bildungs- und Wissenschaftsverständnisse liegen dahinter? Welche Hürden gibt es in der Umsetzung? Der Workshop öffnet für diese Fragen einen partizipativen Debattenraum.

Chair:
•    Lisa Weinhold, Netzwerk Plurale Ökonomik
•    Florian Rommel, Cusanus Hochschule

Referent/innen:
•    Elsa Egerer, Universität Siegen
•    Aurora Li, Initiative Neue Plurale Ökonomik Halle/Saale
•    Prof. Dr. Stephan Panther, Cusanus Hochschule
•    Prof. Dr. Nikolaus Wolf, Humboldt-Universität zu Berlin

Workshop-Reihe A: Transformation konkret: Handlungsfelder, Akteure

A3: Die transformativen Potenziale der Digitalisierung

Die Digitalisierung verändert Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend. Doch bislang findet sich kaum eine umfassende sozial-ökologische Gestaltungsperspektive rund um die großen Themen Industrie 4.0, Datenschutz oder die Folgen für die Arbeitswelt. Dabei entstehen derzeit auch neue emanzipatorische Ansätze etwa in Form von kooperativen Plattformökonomien oder Commons-Based-Peer-Production. Der Workshop diskutiert, welche Rolle die Wirtschaftswissenschaften bei der Analyse von Plattformökonomien, Marktmacht und Netzwerkeffekten spielen können. Wie kann es gelingen, den digitalen Wandel im Sinne einer transformativen Ökonomik zu gestalten, damit dieser zur sozial-ökologischen Transformation beitragen kann?

Chair:
•    Johanna Pohl, Technische Universität Berlin

Referent/innen:
•    Dr. Steffen Lange, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
•    Prof. Dr. André Reichel, Karlshochschule International University
•    Andrea Vetter, Konzeptwerk Neue Ökonomie

A4: Alternativ Wirtschaften: Neue Ziele und Organisationsformen für die sozial-ökologische Transformation

Wie gelangen wir von einer kurzfristigen Wachstums- und Gewinnorientierung zu einer zukunftsfähigen Ökonomie, die sich sozial und ökologisch nachhaltig ausrichtet? Ziel dieses Workshops ist es, neue Ziele und Organisationsformen für alternatives Wirtschaften gegenüberzustellen. Als Beispiele dienen die Gemeinwohlökonomie, gemeinschaftsgetragene Unternehmensformen (wie die solidarische Landwirtschaft) und Genossenschaften, welche hinsichtlich ihrer Relevanz für eine nachhaltige Entwicklung beleuchtet werden sollen. Die Ansätze befinden sich in einem Spannungsverhältnis von marktlichen, staatlichen und sozialen Rahmenbedingungen. Wie gehen sie mit diesem um? Wie unterscheiden sich die Ansätze in Hinblick auf die Bedeutung sozialer und ökologischer Nachhaltigkeitskriterien? Welche Erfolgsbedingungen und Barrieren gibt es für ihre Verbreitung?

Chair:
•    Jonathan Barth und Marius Rommel, ZOE – Institut für zukunftsfähige Ökonomien

Referent/innen:
•    Dr. Irene Antoni-Komar, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
•    Dr. Johannes Blome-Drees, Universität zu Köln
•    Josefa Kny, Europa-Universität Flensburg, Norbert Elias Center
•    Jasmin Wiefek, Europa-Universität Flensburg, Norbert Elias Center

Workshop-Reihe B: Theoretische und methodische Perspektiven der wirtschaftswissenschaftlichen Forschung auf Transformationsprozesse

B2: Mit empirisch gehaltvollen Methoden sozial-ökologische Transformationen besser verstehen? 

Es gibt vielfältige neuere Entwicklungen für eine empirische Umorientierung bei den Methoden der Wirtschaftswissenschaft: Beiträge aus der Verhaltensökonomie, Erkenntnisse der experimentellen Wirtschaftsforschung aus Labor-, Feld- oder Choice-Experimenten oder Multi-Agenten-Simulationen und Methoden aus der Komplexitätsforschung bereichern das methodische Fundament und haben sich als anerkannte Forschungsmethoden etabliert. Sie ermöglichen neue Antworten auf alte Forschungsfragen und ihre Ergebnisse finden immer breitere Resonanz in Wissenschaft und Gesellschaft. Ziel des Workshops ist es, den state of the art des neueren Methodenkanons der Wirtschaftswissenschaften und sein transformatives Potenzial zu reflektieren sowie weitere Anwendungsmöglichkeiten und Bezüge zu anderen Disziplinen zu diskutieren.

Chair:
•    Prof. Dr. Frank Beckenbach, Universität Kassel

Referent/innen:
•    Dr. Maria Daskalakis, Universität Kassel
•    Dr. Matthias Müller, Universität Hohenheim
•    Prof. Dr. Michael Roos, Ruhr-Universität Bochum

 

 

Workshop-Reihe C: Die Rolle der transformativen Ökonomik im Wissenschaftssystem

C2: Transformative Ökonomik stärker im Wissenschaftssystem verankern?

Kann und soll das Wissenschaftssystem stärker als bisher zur Bewältigung komplexer sozial-ökologischer Nachhaltigkeitsprobleme beitragen? Diese Frage wird kontrovers geführt. Welche Argumente sprechen für die Stärkung einer transformativen Ökonomik und die damit verbundene Erweiterung von Forschungskapazitäten? Oder ist der Veränderungsbedarf gering? Der Workshop gibt Raum für verschiedene Perspektiven aus Wissenschaftspolitik, Hochschulen, außeruniversitären Forschungsinstituten und aus der organisierten Zivilgesellschaft. Hierbei fließen auch die Erfahrungen aus der Debatte um eine pluralere Hochschullehre sowie institutionelle Reformansätze aus verschiedenen Bundesländern ein. 

Chair:
•    Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie

Referent/innen:
•    Thomas Korbun, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
•    Dr. Steffi Ober, Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende
•    apl. Prof. Dr. Niko Paech, Universität Siegen
•    Prof. Dr. Stephan Panther, Cusanus Hochschule

Hauptnavigation

Servicenavigation