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Befristung, Entfristung, Institutszugehörigkeit

Für die berufliche Perspektive von Wissenschaftler/innen ist die mehrfache Befristung von Arbeitsverhältnissen über viele Jahre hinweg ein wesentliches Problem. Oft beschäftigen Hochschulen und Forschungsinstitute Wissenschaftler/innen nur auf bestimmte Zeit und bieten ihnen danach aus rechtlichen oder personalpolitischen Gründen keine weitere Anstellung an. Dies gilt für Qualifizierungs- und für drittmittelfinanzierte Stellen gleichermaßen. Eine wissenschaftliche Karriere jenseits der Professur ist daher oft schwierig zu bewerkstelligen und auch riskant.

Demgegenüber zielt das IÖW auf eine langfristige Beschäftigung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ab. Dies ist wegen der ausschließlichen Drittmittelfinanzierung keine einfache Aufgabe. Gleichwohl wirken einzelne Mitarbeiter/innen schon länger als drei Jahrzehnte, viele Mitarbeiter/innen schon länger als zehn Jahre am IÖW. Die durchschnittliche Institutszugehörigkeit der Wissenschaftler/innen hat sich von 2010 bis 2015 kontinuierlich erhöht, ist danach teilweise durch Neueinstellungen und das Wachstum des Instituts gesunken. Seit 2019 ist sie wieder gestiegen (2019: 7,2 Jahre; 2020: 7,4 Jahre).

Neueinstellungen nehmen wir vor, wenn es die Projektlage erlaubt. In der Regel werden neue Wissenschaftler/innen zunächst auf ein konkretes Drittmittelprojekt befristet eingestellt. Kommen weitere Projekte hinzu, werden Stellenumfang und Befristungsdauer der neuen Finanzierungssituation angepasst. Nach mehreren Jahren erfolgreicher Forschungstätigkeit am IÖW laden wir Mitarbeiter/innen in der Regel ein, Gesellschafter/innen der gemeinnützigen GmbH zu werden, und entfristen ihre Anstellungsverhältnisse.

In 2020 war ein höherer Anteil wissenschaftlicher Mitarbeiter/innen unbefristet angestellt als befristet. Die Anzahl an wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen in unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen betrug 22. Der Anteil an unbefristeten wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen ist im Vergleich zum Vorjahr gesunken, von 51 Prozent im Jahr 2019 auf 45 Prozent im Jahr 2020. Grund dafür ist die Neu-Einstellung von Wissenschaftler/innen in zunächst befristeten Arbeitsverhältnissen im Zuge des Institutswachstums. Wir erwarten, dass der Anteil der unbefristeten Arbeitsverhältnisse im wissenschaftlichen Bereich wieder steigen wird. Dafür unterstützen wir die Personalentwicklung und Profilbildung der Wissenschaftler/innen systematisch.

Der Anteil unbefristeter nicht-wissenschaftlicher Mitarbeiter/innen ist 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 10 Prozentpunkte auf 90 Prozent gestiegen.

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