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Dienstreisen am IÖW

Betrachtet man die Gesamtbilanz der Treibhausgasemissionen des IÖW, welche später in diesem Kapitel folgt, stellt man fest: Dienstreisen tragen nur gering zu den Umweltwirkungen des Instituts bei. Die absolute Anzahl unserer Dienstreisen stieg allerdings auf 337 im Jahr 2019, während sie im Vorjahr gesunken war (2018: 260). Die zurückgelegten Personenkilometer stiegen um 54 Prozent. Im Jahr 2019 wurden insgesamt 310.045 Kilometer (2018: 201.256 km) zurückgelegt. Die deutliche Zunahme der Reisen im Jahr 2019 ist zum Teil mit der steigenden Mitarbeiterzahl des Instituts und im Falle der Kilometerzahl durch vereinzelte Langstreckenflugreisen (2019: 2; 2018: 0) zu erklären. Pro Mitarbeiter/in gibt es langfristig allerdings einen Rückgang: Zwischen 2009 und 2013 schwankte die Zahl zwischen 7 und 9 Reisen und seit 2014 zwischen 5 und 6 Reisen (2019: 6).

Bei der Durchführung von Dienstreisen berücksichtigt das IÖW ökologische Aspekte in hohem Maße. Hierfür haben wir uns institutsintern auf klare Vorgaben geeinigt. Zunächst versuchen wir – soweit sinnvoll und möglich – Dienstreisen zu vermeiden. Für den Fall, dass keine Alternative zum Reisen besteht, sind Bahn, öffentlicher Personennahverkehr und seit 2015 ggf. auch vereinzelt Fernbusse unsere Verkehrsmittel der Wahl. Die Pkw-Nutzung und Flüge innerhalb Deutschlands sind nur im Ausnahmefall und nach vorheriger Genehmigung der Geschäftsführung gestattet. Sind Flüge nicht zu vermeiden, werden sie bei einer gemeinnützigen Klimaschutzorganisation kompensiert. Vielreisenden Mitarbeiter/innen wird eine BahnCard 50 auf Kosten des IÖW zur Verfügung gestellt. Ob und wie viel wir reisen, hängt stark von den Anforderungen unserer Projekte ab. Diese definieren, ob Forschungsaufenthalte oder Konferenzteilnahmen im Ausland notwendig sind und bestimmen damit auch, ob und wie viele Mittel- und Langstreckenflüge unumgänglich sind. Im Jahr 2020 werden sich die Reisen aufgrund der Corona-Krise vermutlich deutlich reduzieren. Wir werden aus den Erfahrungen lernen und prüfen, ob Treffen auch nach dem Ende der Reisebeschränkungen vermehrt online durchgeführt werden können.

Im Berichtsjahr haben wir mit 97 Prozent erneut nahezu alle Dienstreisen mit der Bahn durchgeführt. In 2019 fand jeweils eine der Dienstreisen mit dem PKW, Fernbus und Fähre statt, was jedoch in Bezug auf die Emissionen unwesentlich war. Unerfreulich ist, dass trotz gleicher Anzahl der Flugreisen (wie 2018: Allzeit-Tief von acht Flügen), die Distanzen aufgrund zweier Fernflüge stark gestiegen sind (46.022 km gegenüber 13.359 km im Vorjahr).

Durch unsere Reisen haben wir im Jahr 2019 rund 17,1 Tonnen CO2-Äquivalente emittiert. Dies sind knapp dreimal so viele Treibhausgase wie im Vorjahr (5,7 Tonnen), und der höchste Wert seit 2014. Die starke Relevanz der zwei Fernflüge zeigt sich auch hier: Nur 13 % des Anstiegs sind durch die deutlich gestiegene Anzahl an Bahnreisen zu erklären, 84 % hingegen durch die steigenden Emissionen der Flugreisen.

Der relativ niedrige Beitrag der vielen Bahnreisen ist auch so zu erklären: Die Deutsche Bahn (DB) fährt im Fernverkehr mittlerweile mit 100 Prozent Ökostrom. Die DB erklärte auf unsere Nachfrage, dass ergänzend im Regionalverkehr umfangreiche Aktivitäten zum energiesparenden Fahren und der vermehrte Einsatz moderner Fahrzeuge mit Energierückspeisung beim Bremsen die Treibhaus-gasemissionen pro Kilometer zurückgelegte Strecke deutlich verringern. Unser Beitrag? Als bahn.business-Kund/innen reisen viele IÖW-Mitarbeiter/innen auf allen deutschen Bahnstrecken im Fernverkehr mit 100 Prozent Ökostrom und vermeiden dienstreisebedingte CO2-Emissionen.

79 Prozent der gesamten Emissionen im Bereich Dienstreisen sind 2019 hingegen durch Flugreisen entstanden. Aus dem Kreis der Scientists for Future startete 2019 die Initiative „Unter 1.000 mach ich’s nicht“, mit der zum Verzicht auf dienstliche Kurzstreckenflüge aufgerufen wurde, wenn die Flugstrecke unter 1.000 Kilometer beträgt und der Zielort innerhalb von 12 Stunden mit der Bahn zu erreichen ist. Wir haben vor diesem Hintergrund die acht Hin- und Rückflüge, die IÖW-Mitarbeiter/innen im Jahr 2019 absolvierten, genauer unter die Lupe genommen: Drei der acht Flüge (38 %) waren Strecken unter 1.000 Kilometer und die Zielorte wären mit dem Zug in weniger als 12 Stunden erreichbar gewesen. Wären diese Flüge durch Bahnfahrten ersetzt worden, dann hätten wir 2019 netto 1.502 kg CO2-Äquivalente einsparen können, das wären immerhin 11,2 % der Emissionen unserer Flugreisen in 2019. Bezogen auf alle Dienstreisen hätte die Einsparung immerhin noch 8,8 % betragen. Wir planen, die in Bezug auf die Umwelt ohnehin strengen Reiseregeln am IÖW noch einmal in der AG Nachhaltigkeit des Instituts zu diskutieren und werden im kommenden Jahr über das Ergebnis berichten.

Arbeitswege der IÖW-Mitarbeiter/innen

IÖW-Beschäftigte kommen in der Regel mit dem Fahrrad, zu Fuß oder mit dem ÖPNV zur Arbeit. Das Institut ist sowohl in Berlin als auch in Heidelberg zentral gelegen und sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. So lösen wir also sehr geringe Ressourcenverbräuche und Emissionen bei den Arbeitswegen aus. Diese Umweltwirkungen können wir nicht genauer quantifizieren – aufgrund der Geringfügigkeit der Umweltwirkungen haben wir auf tiefergehende Analysen verzichtet.

Hinweise zu den Daten

Hinweise zu den Daten: Das IÖW ermittelt die dienstreisebedingten CO2-Emissionen unter Zuhilfenahme des UmweltMobilChecks der Deutschen Bahn für Bahn- und Pkw-Reisen, bei dem laut Auskunft der DB die neuesten verfügbaren Emissionsdaten sowie eine differenzierte Betrachtung je nach eingesetztem Anteil an Ökostrom bei dem genutzten Eisenbahnverkehrsunternehmen hinterlegt sind. Durch Flugreisen verursachte Treibhausgasemissionen werden über den Emissionen-Rechner von Atmosfair ermittelt und die für Fernbus-Nutzung mithilfe des Berechnungstools von Raumobil. Laut UmweltMobilCheck verursachen Reisen im DB-Fernverkehr aufgrund des Anteils von 100 Prozent Ökostrom keinen CO2-Ausstoß und die beschriebenen Aktivitäten im Nahverkehr (energiesparendes Fahren, vermehrter Einsatz moderner Fahrzeuge mit Energierückspeisung beim Bremsen) tragen laut DB zu sehr geringen Treibhausgasemissionen pro Kilometer zurückgelegte Strecke bei.

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