Den Gesamtendenergieverbrauch geben wir für das Jahr 2023 an, weil uns die Verbrauchszahlen für Gas zum Zeitpunkt der Berichtslegung nur bis zum Jahr 2023 vorliegen. Der Gesamtendenergieverbrauch am IÖW lag 2023 bei 151.576 Kilowattstunden (kWh). Der Gesamtendenergieverbrauch ist demnach 25,7 Prozent niedriger als im Jahr 2022[1] und so niedrig wie noch nie seit der ersten Messung 2011. Er bewegte sich nach einer kleinen Reduktion im Jahr 2020 (237.982 kWh) und einem kleinen Anstieg im Jahr 2021 mit 241.834 kWh im Jahr 2023 wieder unter dem Niveau von 2019 (253.580 kWh). Bezogen auf Vollzeitäquivalente konnten wieder deutliche Einsparungen realisiert werden (-19,8 % im Vergleich zu 2022). Über einen längeren Zeitraum betrachtet ist der Gesamtendenergieverbrauch starken Schwankungen unterworfen, die mit der Größe des Instituts (Mitarbeiter*innen und Büroflächen) und mit den unterschiedlich kalten Wintern zusammenhängen können. Von 2012 bis 2014 war ein Rückgang des Energieverbrauchs infolge des geringeren Wärmeenergiebedarfs durch gebäudeenergetische Verbesserungsmaßnahmen am Standort Berlin zu beobachten. Dieser positive Trend wurde in 2015 und 2016 unterbrochen. 2017 und 2018 sank der Verbrauch wieder. 2019 nahm der Gesamtenergieverbrauch um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Diese Steigerung lässt sich zum Teil durch die Anmietung neuer Räume im Jahr 2019 erklären: 6,6 Prozent des Gesamtverbrauchs an Strom und Gas entfielen 2019 auf diese Räume. Im Jahr 2020 wurden weitere Räume angemietet, der Gesamtverbrauch an Gas sank jedoch im Vergleich zum Vorjahr. Der Rückgang des Energieverbrauchs im Jahr 2020 kann aufgrund von Verlagerungseffekten der Verbräuche durch mobiles Arbeiten in den Corona-Wellen des Jahres 2020 und milderen Temperaturen in den Monaten Januar bis März und Oktober bis Dezember 2020 im Vergleich zum Vorjahr zustande gekommen sein. Wie schon in den Jahren 2021 und 2022 arbeiteten viele Mitarbeiter*innen weiterhin mobil, die mittlere Temperatur der Wintermonate Januar bis März und Oktober bis Dezember im Jahr 2023 war wieder deutlich wärmer als im Vorjahr, was zur Verringerung des absoluten Endenergieverbrauchs im Jahr 2023 beigetragen haben kann.
Im Folgenden zeigen wir die Entwicklung in der Zeitreihe seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2011.
Hinweise zu den Daten: Die Verbrauchszahlen für Gas liegen zum Zeitpunkt der Berichtslegung nur bis zum Jahr 2023 vor. Deshalb kann der Gesamtendenergieverbrauch nur bis zum Stichtag 31.12.2023 ermittelt und hier berichtet werden. 2020 hat sich der Abrechnungszeitraum für Strom geändert, der Verbrauch für 2020 wird nicht für alle Gebäudeteile für 12 Monate angegeben. Ferner haben wir zur Verbesserung des Monitorings den Brennwert für Gas überprüft und rückwirkend bis 2018 korrigiert. 2022 wurde der Gasverbrauch technisch bedingt nur unvollständig erfasst (etwa 18 % der Heizkostenverteiler waren defekt). Die angegebenen Verbrauchswerte beruhen auf einer Schätzung (41 % des Gebäudegesamtgasverbrauchs – basierend auf den anteiligen Verbräuchen der vergangenen Jahre).
Das IÖW deckt seinen Strombedarf zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Seit 2015 beziehen wir unseren Strom von den Berliner Stadtwerken, einem kommunalen Anbieter für die lokale, verbrauchsnahe Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien. Damit unterstützen wir das Ziel der Stadt Berlin, bis zum Jahr 2045 oder sogar früher klimaneutral zu werden.
2024 lag der Stromverbrauch mit ca. 40.000 kWh 33 Prozent über dem Vorjahreswert von ca. 30.000 kWh sowie weit oberhalb des langjährigen Mittels von ca. 34.000 kWh. Der seit mehreren Jahren anhaltende Abwärtstrend des Stromverbrauchs pro Vollzeitäquivalent setzte sich so 2024 leider nicht fort. Diese deutliche Steigerung des Stromverbrauchs geht auf einen einzigen von mehreren Stromzählern in unserem Berliner Büro zurück. Rücksprachen mit dem Versorger zu möglichen Ablese- oder Messfehlern und die Überprüfung von einzelnen Verbrauchsgeräten ergaben keine Hinweise. Deshalb können wir bis jetzt den Anstieg des Stromverbrauchs nicht erklären. Wir werden den entsprechenden Bürobereich in 2025 weiter untersuchen und den Stromverbrauch auch unterjährig beobachten.
Wurden 2016 noch fast 800 kWh pro Vollzeitäquivalent verbraucht, lag der Wert 2022 mit 406 kWh nur noch bei gut der Hälfte des ursprünglichen Verbrauchs. Im Jahr 2023 sank der Wert weiter auf 403 kWh pro Vollzeitäquivalent, stieg aber 2024 auf 567 kWh pro Vollzeitäquivalent.
Zur Reduktion des Stromverbrauchs pro Vollzeitäquivalent in den vergangenen Jahren haben diverse Energiesparmaßnahmen beigetragen, die wir seit 2015 im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsprogramms entwickelt haben und umsetzen. Dazu gehört neben der Förderung stromsparenden Verhaltens unter anderem die Einführung einer Richtlinie zur Beschaffung von energieeffizienten und ressourcenschonenden IKT-Geräten (siehe Beschaffung am IÖW). 2022 wurden außerdem unsere Warmwasserbereiter in den Küchen und Bädern mit Zeitschaltuhren ausgestattet, damit das Wasser nur noch zu den Arbeitszeiten erwärmt wird.
In den Jahren der Pandemie (2020–2022) kamen durch mobiles Arbeiten Verlagerungseffekte von Verbräuchen hinzu. Sie substituieren den Stromverbrauch im Büro aus unserer Sicht allerdings nur teilweise, da die bestehenden Infrastrukturen für die anwesenden Mitarbeiter*innen auch während der Lockdown-Monate aufrechterhalten wurden und auch beim mobilen Arbeiten auf unsere zentralen Server zugegriffen wird.
Das IÖW-Büro in Berlin befindet sich in einem gemieteten Altbau. Das Gebäude wird durch die gasbefeuerte Zentralheizung des Vermieters beheizt. Die Räume wurden vor einigen Jahren partiell gedämmt, 2024 wurde ein Teil der alten Holz-Doppelfenster durch 2-fach verglaste Kunststofffenster getauscht. Zum Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung und Hitze wurden in den vergangenen Jahren Außenbeschattungen an den Fenstern angebracht. Weitere Maßnahmen sind von Vermieterseite derzeit nicht vorgesehen. Das Gas zum Beheizen unserer Büroräume in Berlin war im Jahr 2023 für 58 Prozent unserer Treibhausgasemissionen verantwortlich. Wir befinden uns in regelmäßigem Austausch mit unserem Vermieter in Berlin, um weitere ökologische Verbesserungen zu erzielen. Insbesondere wirken wir auf den Anschluss des Gebäudes an das Fernwärmenetz hin.
Unser Gasverbrauch wird für 2023 angegeben, da die Verbrauchszahlen für Gas zum Zeitpunkt der Berichtslegung für das Jahr 2024 noch nicht vorliegen. Aufgrund eines technischen Defekts wurden 2022 von 18 Prozent der Heizkostenverteiler die Gasverbräuche der entsprechenden Heizkörper nicht übermittelt. Diese Werte können nicht rekonstruiert werden. Bei einem angenommenen Gasverbrauch von 41 Prozent des Gesamtgasverbrauchs des Gebäudes – basierend auf den anteiligen Verbräuchen der vergangenen Jahre – betrügen die Einsparungen immer noch 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Unter Einbeziehung dieser Annahme sank der Verbrauch zum Vorjahr von 171.024 kWh auf 121.177 kWh. Damit liegt er unter den Werten der Jahre 2016, 2017 und 2018, in denen der Gasverbrauch leicht abnahm. In den Jahren 2019, 2020 wurden neue Räume angemietet, weshalb der Gasverbrauch insgesamt anstieg. Ende 2023 wurden weitere Räume angemietet, die Verbräuche in den zusätzlichen Räumen waren jedoch sehr gering. Der klimabereinigte, spezifische Gasverbrauch je Quadratmeter Bürofläche liegt deshalb im Jahr 2023 mit 96 kWh pro m² niedriger als in den Vorjahren.
Auf der Suche nach Ursachen der starken Verringerung des Gesamtenergieverbrauchs, vor allem beim Gasverbrauch, haben wir die erhobenen Zahlen der letzten Jahre noch einmal überprüft und angepasst. Zur Verbesserung des Monitorings haben wir auch den Brennwert für Gas überprüft und rückwirkend bis 2018 korrigiert. Je nach Jahr trägt diese Anpassung zu einem bis zu 5 Prozent geringeren Energieverbrauch für Gas bei.
Hinweise zu den Daten: Die Verbrauchszahlen für Gas liegen zum Zeitpunkt der Berichtslegung nur bis zum Jahr 2023 vor. Deshalb kann der Gesamtenergieverbrauch nur bis zum Stichtag 31.12.2023 ermittelt und berichtet werden. Ferner korrigieren wir zur Verbesserung des Monitorings schon seit 2015 den spezifischen Gasverbrauch um Witterungseinflüsse. Dabei werden die spezifischen Gasverbräuche für jeden Standort (Berlin, Heidelberg) mit dem entsprechenden Klimafaktor des Deutschen Wetterdienstes für das jeweilige Jahr multipliziert. Dies ermöglicht es, die Effekte von Maßnahmen zur Reduktion des Gasverbrauchs unabhängig von Änderungen der zu beheizenden Fläche oder von der Härte oder Milde des Winters zu bestimmen. Ferner haben wir zur Verbesserung des Monitorings den Brennwert für Gas überprüft und rückwirkend bis 2018 korrigiert. 2022 wurde der Gasverbrauch technisch bedingt nur unvollständig erfasst (etwa 18 % der Heizkostenverteiler defekt). Die angegebenen Verbrauchswerte beruhen auf einer Schätzung (41 % des Gebäudegesamtverbrauchs – basierend auf den anteiligen Verbräuchen der vergangenen Jahre).
Die Verlagerungseffekte durch Wärme- und Stromverbrauch durch die Zunahme des mobilen Arbeitens können wir nicht genau abbilden. Um solche komplexen Effekte besser einschätzen zu können, beteiligen sich unsere Energie-Expert*innen am Forschungsprojekt „Homeoffice und Energiewende: Veränderungen durch mobiles Arbeiten und Chancen für die Transformation des Energiesystems“, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) bis Ende 2024 gefördert wurde. Die Ergebnisse legen nahe, dass die im Büro bei Strom, Mobilität und Heizung eingesparte Energie dann am alternativen Arbeitsort verbraucht wird. Wir gehen davon aus, dass es am IÖW auch zu diesen Verlagerungen kommt. Zwei Erkenntnisse aus den Untersuchungen lassen sich auch bei Betrachtung der IÖW-Daten schon ziehen: Der Heizbedarf am IÖW ist zurückgegangen, da die Mitarbeiter*innen die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, vermehrt genutzt haben. Die Dienstreisen sind während der Pandemiejahre stark zurückgegangen, dann auch nur langsam wieder angestiegen und haben noch nicht wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht. Dieser Effekt ist allerdings nicht direkt dem mobilen Arbeiten zuzuschreiben. Vermutlich ist er ein Resultat aus den veränderten Arbeitsbedingungen infolge der Pandemie, wie dem Wechsel von Dienstreisen zu Videokonferenzen.
Das Nachhaltigkeitsprogramm umfasst zwei Maßnahmen zu der Zielstellung „Analysieren und Reduzieren der Treibhausgasemissionen durch Heizen“ und eine Maßnahme zur Zielstellung „Stromverbrauch monitoren“
[1] Der Gesamtendenergieverbrauch für Strom und Gas konnte für 2022 nur geschätzt werden, da aufgrund eines technischen Defekts die Verbrauchswerte vieler Heizkostenverteiler nicht erfasst wurden. Die Angaben basieren auf einem angenommenen IÖW-Anteil von 41 Prozent des Gesamtgasverbrauchs unseres Gebäudes – basierend auf den anteiligen Verbräuchen der vergangenen Jahre.