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Diskussionsveranstaltung des Berliner Klimaschutzrates mit Berliner Politik: „Klimapolitik ganzheitlich und sozialverträglich in die Umsetzung bringen“

Prof. Bernd Hirschl, Sprecher des Klimaschutzrats Berlin

In drei Themenblöcken hat der Berliner Klimaschutzrat am 9. Juni 2021 mit Vertreterinnen und Vertretern der im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien über die größten zukünftigen Herausforderungen beim Klimaschutz diskutiert. Die Veranstaltung hat anlässlich der bevorstehenden Wahlen zum Abgeordnetenhaus stattgefunden und wurde live im Internet übertragen. Der Sprecher des Klimaschutzrates, Energieexperte Prof. Dr. Bernd Hirschl vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), betonte, dass das Land Berlin den Ausbau Erneuerbarer Energien auf breiter Basis beschleunigen müsse.

Bernd Hirschl hob hervor, dass Berlin schneller und effizienter als bislang die Potenziale der Photovoltaik (PV) erschließen müsse: „Die Solarenergie hat das Potenzial, über 25 Prozent des Energiebedarfs Berlins zu decken, aber es müssen Anreize geschaffen und Hemmnisse ausgeräumt werden“, sagte der Leiter des Forschungsfeldes Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz am IÖW. Mit Blick auf den Wärmemarkt betonte er zudem die wichtige Rolle von geothermischen Wärmepumpensystemen, die ein hohes Klimaschutzpotenzial aufweisen. Hirschl unterstrich die wichtige Rolle des Berliner Klimaschutzrates als Stakeholder-Rat, um die Politik aus Sicht der Wirtschaft, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft unabhängig zu beraten.

Klimaresilienz als Leitbild begreifen

Klimaschutzrat-Mitglied Michael Geißler appellierte in seinem Impulsvortrag an die anwesenden Politiker:innen, Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen künftig enger miteinander zu verzahnen: „Beim Klimaschutz wie auch der Anpassung an Klimaveränderung lassen sich erhebliche Synergien heben“, sagte der Geschäftsführer der Berliner Energieagentur. So sollten beispielsweise der Aufbau von PV-Dachanlagen und Dachbegrünungen stärker zusammengedacht werden. Investor:innen sollten hierfür gezielter beraten sowie Förderung ausgebaut und vor allem verstetigt werden. Es komme gerade im urbanen Raum auf ein nachhaltiges Flächen- und Wassermanagement an, das die Folgen des Klimawandels, konkret Hitze- und Starkregenereignisse, berücksichtigt und damit für wirtschaftliche und gesundheitliche Schäden Vorsorge trifft. Vor allem gelte es, jetzt und gezielt zu handeln und die gesamte Stadtgesellschaft mitzunehmen.

Klimaschutz sozialverträglich gestalten

Maren Kern vom Klimaschutzrat Berlin betonte in ihrem Beitrag, dass die Energiewende eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei, die möglichst sozialverträglich gestaltet werden muss. Dies habe eine große Bedeutung für die Akzeptanz der Energiewende in einer Stadt wie Berlin. „Gerade mit Blick auf den Gebäudebereich sollte die Förderung nicht nach dem Gießkannenprinzip erfolgen. Es kommt darauf an, vor allem die Maßnahmen zu fördern, die eine besonders hohe Effizienz in Bezug auf CO2-Einsparungen aufweisen“, sagte Maren Kern, Vorstand beim BBU Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen. Zudem plädierte sie für Technologieoffenheit und den Wettbewerb um die besten Lösungen.

Von Seiten der Berliner Politik nahmen Silke Gebel, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Jörg Stroedter, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD, Carsten Schatz, Fraktionsvorsitzender Die Linke, Burkhard Dregger, Fraktionsvorsitzender der CDU, Henner Schmidt, Sprecher für Infrastruktur und Umweltpolitik der FDP-Fraktion sowie Frank Hansel, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion, an der Veranstaltung teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christine Richter von der „Berliner Morgenpost“.

Der Berliner Klimaschutzrat berät als unabhängiges Gremium den Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus auf dem Gebiet der Klimaschutz- und Energiepolitik.

Der Berliner Klimaschutzrat dankt der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz für die Unterstützung bei der Durchführung der Veranstaltung.

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