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Marktstudie Bürobedarf: Öffentliche Hand kann Großteil des Einkaufs auf biobasierte Produkte umstellen

Ordner, Stifte, Briefumschläge –  für mehr als 95 Millionen Euro kauft die öffentliche Hand jedes Jahr Büroartikel ein. Welchen Beitrag zu Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit kann die öffentliche Beschaffung leisten, indem sie vermehrt auf Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen wie Holz, Naturkautschuk oder Biokunststoffe setzt? Dies untersuchte das IÖW im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Ein Ergebnis: Für etwa dreiviertel der Artikel gibt es biobasierte Alternativen. Welche das sind, stellen die IÖW-Forscherinnen in der aktuellen Marktstudie zu biobasierten Büroartikel vor. Wer nach bestimmten Produkten sucht, wird in der nun aktualisierten Produkt- und Anbieter-Datenbank der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe fündig https://www.die-nachwachsende-produktwelt.de/.

Für die Studie wurde der Bedarf an Büroartikeln von 21 Vergabestellen auf Bundes-, Länder- und Kommunal-Ebene untersucht. Anhand dieser Ergebnisse suchten die Forscherinnen biobasierte Alternativen für 78 Warengruppen. Als biobasierte Büroartikel werden Büroartikel verstanden, die zumindest in Teilen aus nachwachsenden Rohstoffen oder aus Biomasse hergestellten Kunststoffen bestehen.

Nur wenige Produkte sind zertifiziert

Gütezeichen wie der Blaue Engel, das Österreichische Umweltzeichen, FSC, PEFC oder Bonsucro helfen, die Güte der Produkte zu erkennen. Teilweise entwickeln Hersteller auch eigene Gütezeichen – diese werden aber nicht unabhängig geprüft und stellen somit keine vergaberechtlich zulässigen Nachweise dar. „Vor allem Papier- und Holzprodukte sind oft zertifiziert, bei anderen Stoffen wie Naturkautschuk, Bio-Kunststoffen und anderen sind bislang keine zertifizierten Produkte auf dem Markt“, erklärt Studienautorin Ria Müller vom IÖW.

Für 77 Prozent der Büroartikel existieren bereits biobasierte Alternativen

„Wir konnten für 77 Prozent der Produkte, die in der öffentlichen Beschaffung derzeit eingekauft werden, biobasierte Alternativen finden. Während Papierprodukte und Ordner stofflich bedingt biobasiert sind, fehlen biobasierte Alternativen zum Beispiel bei Aktenvernichtern oder Whiteboards." Diesen Mangel erklärt Ria Müller so: „Wir sehen hier anspruchsvolle technische Herausforderungen in der Produktentwicklung.“

Die Studie trifft keine Aussagen über potenzielle Zukunftsmärkte für Büroartikel-Hersteller. Sie stellt Beschaffungsverantwortlichen Marktinformationen und damit Hintergrundwissen zur Vorbereitung öffentlicher Büroartikelvergaben bereit. Mit ihrem großen Einkaufsvolumen kann die öffentliche Hand die Marktposition biobasierter Produktalternativen stärken, Ressourcen schonen und die Nachhaltigkeit fördern.


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Zum Download der Marktstudie:
Ria Müller, Pauline Riousset, Joyce-Ann Syhre (2018): Nachhaltige biobasierte Produkte, Gütezeichen, Hersteller und Bedarfe der öffentlichen Hand. Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Berlin

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