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Schienenverkehr diskutiert Risiken des Klimawandels

Die Workshop-Teilnehmer diskutierten in Gruppen über Anpassungsmaßnahmen (Foto: IÖW)

In Frankfurt am Main sind am 8. Februar 2011 rund 50 Fachleute aus Verkehrsunternehmen, Behörden und Wissenschaft zusammengekommen, um zu diskutieren, wie Unternehmen und Politik den Folgen des Klimawandels für den Schienenverkehr begegnen können. Der von der Universität Oldenburg und dem IÖW gemeinsam mit dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) und der Deutschen Bahn veranstaltete Workshop brachte erstmals ein so breites Spektrum an privaten und öffentlichen Vertretern des Schienenverkehrs zum Thema Klimaanpassung zusammen.

Schienenverkehr - wie anpassen?

Nach Expertenmeinung werden in Zukunft Fahrzeuge und Infrastruktur stärker von Wetterphänomenen wie Extremniederschägen oder Hochwasser getroffen werden. Die Workshopteilnehmer diskutierten Anpassungsmaßnahmen wie den Einsatz temperaturbeständiger Materialien, veränderte technische Normen sowie neue Trassenführungen. Im Zusammenhang damit wurde Transparenz in der Kostenfrage gefordert. „Es ist wichtig zu klären, wer bezahlt, wenn beispielsweise Gleisanlagen aufgrund häufigeren Hochwassers höher gelegt werden müssen“, sagte Klaus Eisenack, Juniorprofessor für Umweltökonomie an der Universität Oldenburg. Zudem müsste bei den Kriterien für die Vergabe von öffentlichen Geldern im Nah- und Fernverkehr ein größeres Augenmerk auf Anpassungsmaßnahmen gelegt werden.

Umfrage in Schienenverkehrsunternehmen zeigt Handlungsdruck

Der Workshop fand im Rahmen des Forschungsprojektes "Chamäleon" statt, das sich mit Anpassung an den Klimawandel in Unternehmen der öffentlichen Versorgung befasst. Die Forscher/innen stellten auf dem Workshop eine deutschlandweite Befragung zum aktuellen Stand der Anpassung in Schienenverkehrsunternehmen vor, die sie in Zusammenarbeit mit dem VDV durchgeführt hatten. „32 Prozent der Unternehmen, die an der Befragung teilgenommen haben, sehen ihren operativen Betrieb bereits heute von den Folgen des Klimawandels betroffen. Vor allem intensivere Extremwetterereignisse machen den Unternehmen zu schaffen“, so Maja Rotter, Wissenschaftlerin am IÖW.

Trotz steigenden Problembewusstseins und zunehmender Auseinandersetzung mit Klimafolgen müssen in der Branche allerdings noch konkrete Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel entwickelt werden. Uta Maria Pfeiffer vom VDV: „Unsere Branche ist sich bewusst, dass in diesem Bereich noch viele Aufgaben zu erledigen und Investitionen zu tätigen sind.“ Auch weiterhin seien die Verkehrsunternehmen allerdings bei der Finanzierung der entsprechenden Maßnahmen auf die Unterstützung der Politik angewiesen, so Pfeiffer.

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