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Sozial, ökologisch, demokratisch – Postwachstum in Unternehmen fördern

Wie können Unternehmen von der Politik dabei unterstützt werden, sozialer, umweltgerechter und demokratischer zu wirtschaften? In einem Beitrag untersuchen IÖW-Fellow Jana Gebauer, IÖW-Mitarbeiter Steffen Lange und Dirk Posse, welche wirtschaftspolitischen Maßnahmen Postwachstumsansätze in Unternehmen unterstützen können.

Postwachstum in Unternehmen – geht das?

Aus makroökonomischer Perspektive ist es zunächst schwer zu erklären, dass Unternehmen Postwachstumsstrategien verfolgen. Bewusst auf ökologische Auswirkungen zu achten, den Mitarbeiter/innen gute Arbeitsbedingungen zu garantieren, und geringe Lohnunterschiede zu etablieren bedeuten höhere Kosten. Diese Wettbewerbsnachteile führen laut makroökonomischer Theorien dazu, dass Unternehmen vom Markt verdrängt werden.

Ja, es geht! - Mit den richtigen Bedingungen

Nichtsdestotrotz versuchen diverse Unternehmen genau das: Sie wirtschaften ökologisch, sozial und demokratisch. Das allerdings oft in Nischenmärkten – den großen Mainstream der Kund/innen erreichen sie nicht. Denn: Noch sind die Wettbewerbsbedingungen so gestaltet, dass es preiswerter ist, unökologisch, unsozial und wenig demokratisch zu wirtschaften. Um Argumente für alternative Unternehmensstrategien zu entwickeln, haben die Autor/innen in einer Studie makroökonomische Analysen mit der Empirie existierender Postwachstumsansätze verbunden.

„Um existierende Postwachstumsansätze zu unterstützen und für Unternehmen einen Anreiz zu geben, ihr Wirtschaften anders zu denken, sind vor allem wirtschaftspolitische Maßnahmen notwendig“, erklärt Postwachstumsexperte Steffen Lange. Die Autor/innen empfehlen daher erstens externe Kosten zu internalisieren, beispielsweise durch verbesserte ökologische Besteuerung oder cap-and-trade Systeme. Zweitens sollte Werbung reguliert werden, um dem ansteigenden Konsum entgegen zu wirken. Drittens können sozial-ökologische gegenüber anderen Unternehmensformen finanziell und rechtlich bessergestellt werden – z.B. indem das Genossenschaftsrecht vereinfacht wird.  

Der Beitrag ist erschienen im Buch „Postwachstumspolitiken – Wege zur wachstumsunabhängigen Gesellschaft“, herausgegeben von Frank Adler und Ulrich Schachtschneider. 30 Autor/innen untersuchen darin mit unterschiedlichen konzeptionellen Ansätzen und thematischen Schwerpunkten, mit welchen politischen Reformen das expansiv-konsumorientierte Wohlstandsmodell transformiert werden kann.

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