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Vom Plattform-Kapitalismus zum Plattform-Kooperativismus? Potenziale und Grenzen kooperativer Unternehmungen in der Plattformökonomie

Die Idee kooperativ ausgestalteter Plattform-Modelle wird seit einigen Jahren vermehrt als mögliche „Silberkugel“ gegen die vielfältigen negativen Auswüchse des Plattform-Kapitalismus ins Spiel gebracht. Der Sammelbandartikel fragt nach den Bedingungen, unter denen solche Plattform-Kooperativen zu einer Demokratisierung der Plattformökonomie beitragen können. Unter Rückgriff auf ein Screening von Unternehmenswebseiten und einer systematischen Literaturrecherche wird das Feld des Plattform-Kooperativismus definitorisch und empirisch vermessen und eine Typologisierung von Plattform-Kooperativen in Infrastrukturplattformen, Arbeitsplattformen und Dachplattformen vorgenommen. Dies ermöglicht eine Analyse der spezifischen Probleme, denen sich diese unterschiedlichen Plattformtypen am Markt gegenübergestellt sehen.

Der Artikel differenziert Probleme in Bezug auf den inneren Zusammenhalt der Kooperative und in Bezug auf das äußere Umfeld, in das die Kooperative eingebettet ist. So müssen Plattform-Kooperativen sowohl sicherstellen, dass demokratische Entscheidungsstrukturen bei gleichzeitiger Unterwerfung unter Marktzwänge aufrechterhalten werden können, als auch einen Weg finden, um sich im Kontext der spezifischen politökonomischen Herausforderungen zu behaupten, die die Plattformisierung mit sich bringt. Konkret müssen Strategien entwickelt werden, um in durch globale Netzwerk- und Skaleneffekte geprägten Märkten bestehen zu können. Anknüpfend an eine Analyse der durch die Plattform-Kooperativen verfolgten Problembearbeitungsstrategien wird diskutiert, unter welchen Bedingungen diese Unternehmen der Alternativökonomie ihre Ziele realisieren könnten. Das Kapitel kommt zu dem Schluss, dass dies vor allem dann der Fall ist, wenn sie erstens darauf abzielen, lokale Netzwerkeffekte zu ermöglichen, zweitens den Aufbau der Kooperative als einen Prozess des Community Building verstehen und sich drittens im Sinne eines Social Franchising in übergeordneten Netzwerken engagieren, an die Aufgaben delegiert werden können wie etwa die Software-Entwicklung.

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