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Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz

Hintergrund und Motivation

„Das gegenwärtige Energiesystem ist nicht nachhaltig“, so lautete ein zentrales Fazit der Enquetekommission „Nachhaltige Energieversorgung“ des Deutschen Bundestages in ihrem Bericht. Diese Einschätzung beruht maßgeblich darauf, dass die heutige Energiebereitstellung und -nutzung in großem Umfang Umweltkosten negiert, Raubbau an knappen Ressourcen betreibt und Risikoaspekten zu geringe Beachtung schenkt. Zudem stehen für große Teile der Weltbevölkerung die für die notwendige wirtschaftliche und soziale Entwicklung benötigten Energiedienstleistungen nur ungenügend zur Verfügung. Das Energiesystem ist gleichzeitig eine zentrale Ursache für den von Menschen verursachten Klimawandel mit seinen gravierenden globalen Folgen.
Wie lässt sich diese Entwicklung positiv verändern? Welche Innovationen, welche Politik, welche gesellschaftlichen Voraussetzungen sind dafür notwendig? Dies sind zentrale Fragestellungen, mit denen sich der Bereich „Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz“ beschäftigt.

Schwerpunkt Erneuerbare Energien

Einen Schwerpunkt der Arbeit des Bereichs nehmen die Erneuerbaren Energien ein. Hierzu zählen die Sonnenenergie (Solarstromerzeugung mit Photovoltaik und Warmwasser und Raumwärme mit solarthermischen Kollektoren), Wind- und Wasserkraft, gespeicherte Sonnenenergie in Form von Biomasse, aber auch verschiedene Erdwärmeformen oder die Gezeitenkraft. Die Erneuerbaren Energien stehen für eine umweltfreundliche, nachhaltige Energieversorgungsoption der Zukunft. Sie bieten Optionen für die Strom- und Wärmenutzungen, aber auch für alternative Kraftstoffe und damit verbunden neue Wandlungstechniken und Dienstleistungen. Keine der Technologien kann jedoch aus dem Stand das gegenwärtige System ablösen. Die Zukunft liegt in einem intelligent verzahnten Mix der Erneuerbaren Energien. Diese Strategie muss ergänzt werden durch Strategien zur Verbrauchsreduzierung wie Effizienzsteigerung und Einsparungen.

Forschung und Politikberatung

Daraus ergeben sich eine Reihe von Forschungsfragen sowie politischer Beratungsbedarf. Der Bereich nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz befasst sich mit verschiedenen Optionen zukünftiger, nachhaltiger Energiesysteme und den Erfolgsfaktoren und Kriterien für eine sozial-ökologische Transformation des Energiesystems bzw. seiner Teilsysteme. Dabei werden die relevanten Technologien, Dienstleistungen und Systeme aus ökologischer und ökonomischer Sicht beleuchtet sowie die Bedingungen für eine erfolgreiche Entwicklung und Diffusion untersucht. Darüber hinaus werden aktuelle und zukünftig erforderliche Innovationen in den Blick genommen und geeignete Rahmenbedingungen und Instrumente analysiert und entwickelt. Schließlich werden auch die Veränderungen und Anforderungen aus der internationalen Ebene (z.B. Europäische Union und internationale Klimaverhandlungen) und deren Wirkungsweise auf die nationale Politik und das (energie)wirtschaftliche Geschehen untersucht. Das Forschungsfeld bearbeitet diese Themen in zahlreichen Forschungsprojekten und steht darüber hinaus Praxisakteuren beratend zur Seite, indem beispielsweise Klimaschutzkonzepte für Kommunen erstellt oder aktuelle Fragestellungen für NGOs aufgearbeitet werden.

Der Bereich nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz wendet bei seinen Untersuchungen und Analysen klassische Methoden der Wirtschafts- und Politikwissenschaften an. Für Untersuchungen zur Umweltrelevanz werden u.a. ökobilanzielle Methoden, externe Kostenansätze und ökologisch-ökonomische Bewertungen eingesetzt. Bei sozialwissenschaftlichen Fragegestellungen kommen Methoden der empirischen Sozialforschung zum Einsatz. Der Bereich ist gegenwärtig auch an der Methodenentwicklung im Rahmen der sozial-ökologischen Forschung beteiligt. Zudem werden zahlreiche politische und gesellschaftliche Akteure beraten sowie aktuelle Prozesse aus dem genannten Themenspektrum moderierend unterstützt.

Inhaltliche Schwerpunkte

Der Bereich Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz erarbeitet seit mehreren Jahren Gutachten und Studien mit einer hohen Praxisnähe und Politikrelevanz im Kontext der genannten Fragestellungen. Hierbei sind die folgenden thematischen Schwerpunkte und Fokussierungen hervorzuheben:

  • Nachhaltige Energiepolitik

    • Entwicklung und Bewertung von (neuen) politischen Instrumenten
    • Evaluation/Monitoring des bestehenden Instrumentariums
    • Beratung politischer Institutionen

  • Klimapolitik und Klimawandel

    • internationale Klimapolitik und ihre Auswirkungen auf den nationalen Kontext
    • Erstellung von Klimaschutzkonzepten und Teilkonzepten für Kommunen und Regionen
    • Klimawandel und Erneuerbare Energien

  • Transformation des Energiesektors

    • Bedingungen der Transformation (Technologieaspekte, Rahmenbedingungen, Governance-Strukturen)
    • sozial-ökologische Implikationen und Folgen (Naturschutz, Akzeptanz, gesellschaftliche Voraussetzungen etc.)

  • Nachhaltige Energieinnovationen

    • Märkte, Diffusion, ökologische und ökonomische Bewertungen von nachhaltigen Energieinnovationen auf Angebots- und Nachfrageseite


Die Forschung zu Erneuerbaren Energien nimmt in den genannten Schwerpunktthemen einen zentralen Stellenwert ein. Der Bereich verfügt über weitreichende Kompetenzen sowohl in den einzelnen Technologiebereichen der Erneuerbaren Energien als auch in übergreifenden Fragen zu politischen Instrumenten, internationalen Entwicklungen oder Akzeptanzfragen. Hervorzuheben sind in diesem Zusammenhang die vom IÖW federführend durchgeführten Vorhaben zur Evaluierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), in denen die Markt- und Kostenentwicklungen aller relevanten Technologien untersucht sowie Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Instrumentes formuliert wurden.

Die Mitarbeiter des Forschungsbereiches arbeiten zusätzlich in verschiedenen Gremien mit:

Bernd Hirschl ist Gutachter/Evaluator für das Österreichische Forschungsprogramm „Energiesysteme der Zukunft“ im Rahmen des Impulsprogramms Nachhaltiges Wirtschaften.

Mitarbeiter/innen

Kontakt

Prof. Dr. Bernd Hirschl

Leiter des Forschungsfeldes Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz

Geschäftsstelle Berlin
Telefon: +49 30-884 594-0
Bernd.Hirschl(at)ioew.de

Dr. Julika Weiß

Stellvertretende Leiterin des Forschungsfeldes Nachhaltige Energiewirtschaft und Klimaschutz

Geschäftsstelle Berlin
Telefon: +49 30-884 594-0
julika.weiss(at)ioew.de

Projekte

Hier finden Sie die Projekte des Forschungsfeldes

Publikationen

Zu den Publikationen des Forschungsfeldes

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